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Chronik Teil 3 - 1990 bis heute

1990 bis heute

Im März 1989 gab Stadtbrandmeister Jürgen Pässler sein Amt als Kommandant der Gesamtwehr Niederstetten in jüngere Hände ab. Auf Beschluss des Feuerwehrausschusses wurde er von Bürgermeister Finkenberger zum Ehrenkommandanten ernannt. Bei den Neuwahlen wurde Brandmeister Heinz Bader aus Sichertshausen als neuer Kommandant gewählt. Als sein Stellvertreter wurde der bisherige Amtsinhaber Bruno Käss wiedergewählt. In seiner noch jungen Amtszeit, er war gerade 3 Monate im Amt, hatte der neue Kommandant Heinz Bader auch schon den ersten Großbrand zu meistern. Bei einem Brand in einem landwirtschaftlichen Anwesen in Eichhof konnte, durch einen effektiven Löschmitteleinsatz, das Wohngebäude vor der Vernichtung durch das Feuer bewahrt werden. Anfang 1990 betrug die Personalstärke der Feuerwehr 283 Angehörige inklusive 10 Frauen und 21 Jugendlichen in der Jugendfeuerwehr. 1990 war auch das Jahr in dem die EDV Einzug hielt in die Feuerwehr. Um den immer höher werdenden verwaltungstechnischen Aufwand hinsichtlich Personal und Einsatzabwicklung bewältigen zu können, wurde ein Personalcomputer (286er) inklusive einer Feuerwehrverwaltungssoftware angeschafft. Für die Personalverwaltung und Datenpflege konnte Feuerwehrmann Oliver Käss gewonnen werden der nun als Sacharbeiter EDV tätig wurde. Im Dezember 1991 wurden dann gleich drei wichtige Satzungen für die Feuerwehr Niederstetten verabschiedet. Dies waren die Feuerwehrsatzung der Freiwilligen Feuerwehr Niederstetten, die Feuerwehrentschädigungssatzung und die Feuerwehrgebührensatzung.

 

Am 16. Mai 1993 ging die Feuerwehr Niederstetten eine Partnerschaft mit den Freiwilligen Feuerwehren der Verwaltungsgemeinschaft Rodewitz/Kirschau im neuen Bundesland Sachsen ein. Ziel dieser Partnerschaft ist es, die Kameradschaft zwischen den Feuerwehren zu pflegen und der Austausch von Erfahrungen auf der feuerwehrtechnischen Ebene zu fördern. Den resultierenden Partnerschaftsvertrag unterzeichneten damals folgende Wehren: Rodewitz/Spree, Kirschau, Eulowitz, Crostau und Niederstetten. Es war für viele Kameraden der erste Besuch in den neuen Bundesländern und man ging mit vielen Eindrücken und Problemen die seit der Wende entstanden wieder nach Hause. Aber durch die gute Zusammenarbeit, vor allem mit der Feuerwehr Rodewitz, wurden für beide Seiten Lösungen und Ideen geboren die sich bis zum heutigen Tage bewährt haben.

Das Jahr 1993 wurde in der Feuerwehrgeschichte berühmt als das Jahr des „Weihnachtshochwassers“. Es begann am 21. Dezember um 23:40 Uhr in Vorbachzimmern. Durch die ungewöhnlich milde Jahreszeit, Tauwetter und den seit Wochen anhaltenden Niederschlägen kam es im gesamten Stadtgebiet von Niederstetten zu Überschwemmungen. Die Feuerwehr Niederstetten hatte insgesamt 24 Einsätze innerhalb von 3 Tagen zu erledigen. Viele Bürger mussten sich selber helfen, da die Feuerwehren überlastet waren. Bis zum 27. Dezember 1993 leisteten 217 Feuerwehrmänner 3272 Arbeitsstunden bei den Einsätzen ab. Doch auch in der ersten Januarwoche blieb die Feuerwehr in Bereitschaft, den man stand im nördlichen Main – Tauber – Kreis kurz vor der Auslösung des Katastrophenalarmes.

Am 15.07.1994 traf ein Unwetter den Ortsteil Oberstetten, wo gerade Kommandant Bader und Gerätewart Woltersdorf die neue TS 8/8 übergaben und deren Funktion erklärten. Durch die gewaltigen Wassermassen kam es teilweise zu Erdrutschen. 10 Häuser, hauptsächlich im Bereich der Talstraße, wurden durch eindringendes Wasser und Erdreich in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehr konnte sogleich die neue Pumpe einsetzen und war fast 15 Stunden mit Keller auspumpen und Säuberungsarbeiten beschäftigt.

Das Jahr 1995 war ein sehr ruhiges Jahr für die Feuerwehr, jedoch gab es ein ganz besonderes Ereignis. Bürgermeister Kurt Finkenberger feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum. Aus diesem Grund und zur Würdigung seiner Verdienste für den Brandschutz und das Feuerwehrwesen, wurde ihm die Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes verliehen. Der Feuerwehr – TÜV stellte im Jahr 1996 wegen Mängel am Leiterpark die Anhängeleiter AL 18 außer Dienst, somit ist man nun auf die Hilfe der Nachbarwehren angewiesen wenn es um Rettung aus größeren Höhen geht.

Im Jahr 1997 gab es zwei Großeinsätze. Der erste im Juni, als in Wolkersfelden ein überhitzter Heustock ausgeräumt werden musste und der zweite Ende August 1997 in Vorbachzimmern wo ein Stall- und Lagergebäude bis auf die Grundmauern niederbrannte. Die Feuerwehr konnte jedoch verhindern, dass keines der in nur 5m Entfernung stehenden Nachbargebäude Schaden erlitt. 1997 war auch das Jahr in dem uns unsere langjährigen Untermieter, das Deutsche Rote Kreuz – Ortsverband Niederstetten, verließen und in ihr eigenes, neues Domizil an der Umgehungsstraße L1001 zogen. Einige Aktive machten sich unter der Leitung von Bruno Käss ans Werk und renovierten die bisher vom DRK genutzten Räume für die Jugendfeuerwehr die damit eigene Räumlichkeiten im Gerätehaus erhalten sollten. Diese Räume konnten jedoch erst im Jahr 1999 von der Jugendfeuerwehr bezogen werden, da man von März 1998 bis März 1999 eine Gruppe des Städtischen Kindergartens im Lehrsaal des Feuerwehrgerätehauses unterbrachte. Die renovierten Räumlichkeiten wurden in dieser Zeit hauptsächlich für Ausbildung, Fortbildung und Unterricht der aktiven Feuerwehrangehörigen genutzt. Die Aus- und Fortbildung wurde dadurch natürlich sehr stark eingeschränkt, jedoch konnte das Fortbildungsprogramm Erste – Hilfe für Feuerwehrmänner mit fast 100 Ausbildungsstunden planmäßig durchgezogen werden, lediglich neue Kurse wurden gestrichen.

Im Jahr 1998 gab es wieder im August einen Großbrand in Vorbachzimmern, diesmal war die Brandursache ein Blitzschlag bei einem schwerem Gewitter. Das Stall- und Lagergebäude von Fam. Thorwarth brannte bereits beim Eintreffen der Feuerwehr in voller Ausdehnung und so konnte man nur noch die Nachbargebäude vor den Flammen schützen. Die Feuerwehr erhielt 1998 einen moderneren Computer für die Verwaltungsarbeit. Erstmals kann man nun auch via Modem kommunizieren. 1999 geht die Feuerwehr Niederstetten zum ersten mal mit einer von Oliver Käss erstellten Homepage ins Internet und präsentiert sich dadurch weltweit. Auf dieser Homepage präsentiert sich die Feuerwehr und stellt ihre Arbeit vor, ebenso informiert sie den interessierten Internetbenutzer über unsere Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und Attraktionen. In diesem Jahr konnte man auch wieder eine gebrauchte Anhängeleiter erwerben, so dass die Einsatzmöglichkeiten für Rettung und Brandbekämpfung verbessert wurden. Des Weiteren ist die Planungen für das neue Fahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug Typ (H) LF 16/12, im vollem Gange. Das alte Fahrzeug ist mit seinen fast 26 Jahren technisch total überholt und verkehrstechnisch auch nicht mehr sicher. Das neue Fahrzeug soll bis zum 150jährigen Jubiläum der Feuerwehr geliefert werden.

Sorgen macht vor allem der Rückgang der aktiven Mitglieder in der Feuerwehr, waren es 1990 noch 74 Mitglieder in der Stützpunktwehr, so versehen 1999 gerade noch 57 Mitglieder ihren Dienst in unserer Wehr. Obwohl die Arbeit in der Feuerwehr interessant und abwechslungsreich ist, fällt es schwer junge Bürgerinnen und Bürger zu finden, die bereit sind ihre Freizeit zu opfern, um anderen zu helfen und dem Gemeinwohl zu dienen. Dies wird eine Aufgabe sein, die man im neuen Jahrtausend bewältigen muss. Erstmals wurde vom Feuerwehrausschuss ein Feuerwehrbedarfsplan aufgestellt und dem Gemeinderat vorgelegt bei dem die Ausstattung und Problematik der Feuerwehr erläutert wurde und Lösungsvorschläge zu Verbesserung des Feuerwehrwesens in der Gemeinde bis ins Jahr 2010 gemacht werden.

Am 24. Und 25 Juni 2000 fand das 150jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Niederstetten statt. Neben der Durchführung des Kreisfeuerwehrtages konnte auch das neue HLF 20/16 in Dienst gestellt werden. Ein großer Umzug mit Feuerwehrangehörigen und historischen und modernen Feuerwehrfahrzeugen rundete die Feierlichkeiten ab.

Im Jahr 2001 musste der bisherige Mannschaftstransportwagen auf Fiat Ducato Fahrgestell aufgrund technischer Mängel aus dem Dienst genommen werden, dafür wurde ein neues Fahrzeug auf einem VW LT 35 Fahrgestell beschafft. Das neue Fahrzeug dient als Einsatzleitwagen, mit erweiterter Ausrüstung für Brandbekämpfung und technischer Hilfeleistung.

Im März 2004 gab Stadtbrandmeister Heinz Bader sein Amt als Kommandant in jüngere Hände, bei der Jahreshauptversammlung wurde sein bisheriger Stellvertreter Oberbrandmeister Oliver Käss mit 96% der Stimmen gewählt. Heinz Bader wurde nach 15 Jahren Dienst als Kommandant zum Ehrenkommandanten ernannt.

Dienstag, 12. Dezember 2017

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